From the magazine SZS 5/2019 | S. 290-295 The following page is 290

Schreckereignis

Zusammenfassung

Das Bundesgericht hatte in den letzten Jahren mehrmals Gelegenheit, sich zur Thematik des sogenannten Schreckereignisses im unfallversicherungsrechtlichen Kontext zu äussern. Dieser Beitrag dient dazu, die diesbezüglichen rechtlichen Grundlagen sowie die dazu ergangene Rechtsprechung näher zu beleuchten.

Résumé

Le Tribunal fédéral a eu l’occasion à plusieurs reprises ces dernières années de se prononcer sur la question du choc émotionnel dans le contexte de l’assurance-accident. La présente contribution met en lumière les bases juridiques y relatives ainsi que la jurisprudence rendue à ce sujet.

I. Rechtliche Grundlagen

Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG1 in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 UVG2).

1. Begriff des Schreckereignisses

Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche von jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffs) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalls voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis handelt, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren…

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