Philipp Geertsen

Bibliographie

Eine «Replik» zum Beginn einer UVG-Invalidenrente bei Wiederanmeldung - Urteil des Bundesgerichts vom 21. August 2019, 8C_878/2018

Eine «Replik» zum Beginn einer UVG-Invalidenrente bei Wiederanmeldung – Urteil des Bundesgerichts vom 21. August 2019, 8C_878/2018

Zusammenfassung

Der Schreibende hält daran fest, dass der (Wieder-)Anmeldung eines Rentengesuchs im Unfallversicherungsrecht keine konstitutive Bedeutung für den Rentenanspruch zukommt und dass die anderslautende assekuranzfreundlich-pragmatische Rechtsprechung des Bundesgerichts in BGE 144 V 245 und im Urteil 8C_878/2018, die an den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung anknüpft, gesetzwidrig ist. Diese jüngere Rechtsprechung lässt sich auch nicht mit der früheren Praxis des Bundesgerichts (BGE 140 V 65, U 55/07 und U 211/06) vereinbaren. Soweit das Bundesgericht Bezug auf Art. 17 Abs. 1 ATSG nimmt, übersieht es, dass ein Revisionsverfahren nicht vom Gesuch der versicherten Person abhängig ist, sondern gemäss ausdrücklichem gesetzgeberischem Willen unabhängig davon von Amtes wegen eingeleitet werden kann.

Résumé

L’auteur considère que la (nouvelle) annonce d’une demande de rente en droit de l’assurance-accidents n’a pas de portée constitutive pour le droit à la rente et que la jurisprudence contraire, pragmatique et favorable au secteur de l’assurance de l’ATF 144 V 245 et de l’arrêt 8C_878/2018, qui retient que le moment déterminant est celui du dépôt de la demande, est contraire à la loi. Cette jurisprudence récente n’est pas non plus compatible avec la jurisprudence antérieure du Tribunal fédéral (ATF 140 V 65 et arrêt U 211/06). Dans la mesure où le Tribunal fédéral se réfère à l’art. 17 al. 1 LPGA, il perd de vue qu’une procédure de révision ne dépend pas de la requête de l’assuré, mais peut, selon la volonté expresse du législateur, également être ouverte d’office.

I. Einleitendes

Der Schreibende gelangte in seinem früheren, in dieser Zeitschrift publizierten Kommentar zum Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2018, 8C_148/2018 (BGE 144 V 245)1, zur Auffassung, dass der Beginn eines UVG-Invalidenrentenanspruchs nach einem Rückfall nicht vom Zeitpunkt der Meldung/Gesuchseinreichung abhänge, sondern sich nach Art. 19 Abs. 1 UVG bestimme. Die Folgen allfälliger Versäumnisse bei der Meldung/Gesuchseinreichung würden von Art. 45 f. UVG geregelt. Die davon abweichende neue Rechtsprechung (BGE 144 V 245) sei gesetzwidrig und lasse sich nicht mit der Rechtsprechung gemäss BGE 140 V 65 vereinbaren. Im vorliegend zu besprechenden Urteil vom 21. August 2019, 8C_878/2018, hatte das Bundesgericht in einem ver- Aus der ZeitschriftSZS 6/2019 | p. 345–350 Es folgt Seite № 346gleichbaren Fall nochmals Gelegenheit, sich mit dem Beginn einer UVG-Invalidenrente bei einer Wiederanmeldung auseinanderzusetzen. Es gelangte erneut zum Schluss,…

[…]
SZS 6/2019, 12 novembre 2019, p. 345

Bundesgerichtsgutachten in IV-Rentenfällen - Folgerungen aus dem Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2014, 8C_633/2014

Vor dem Bundesgericht2 angefochten war ein Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. August 2014 betreffend eine IV-Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Das Revisionsverfahren war am 2…
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